Viktorianische Herrenhäuser in den Südstaaten
Plantagen und Herrensitze
oder Scarletts verlorenes Paradies

Die Südstaaten der USA - Louisiana, Mississippi, Alabama, Georgia, Tennessee, North und South Carolina - sind Inbegriffe von landschaftlicher Schönheit, Romantik und Melancholie.

Sie sind das Land von Scarlett O'Hara und Rhett Butler aus dem grossartigen Epos

"Vom Winde verweht"

Der Name des mächtigen Flusses Mississippi ist untrennbar mit Bildern von Plantagen, luxuriösen Herrenhäusern, Steamboat-Romantik und Abenteuern verbunden.

Baumwolle wächst überall dort, wo es warm und feucht ist. Deshalb gibt es in den Südstaaten in der Nähe des Mississippis viele Baumwollfelder. Schon im 17. Jahrhundert wurde dort auf grossen Plantagen Baumwolle angebaut Die Besitzer der Plantagen waren reiche Leute, die sich schöne Häuser bauten, von denen man heute noch viele sehen kann.




"Vom Winde verweht"

ist ohne
Charleston
nicht denkbar.

Der Film hat die Hafenstadt in South Carolina zur Legende gemacht. Die ersten Schüsse des amerikanischen Bürgerkriegs bedeuteten das Ende des Südstaaten-Lebensstils.

Bereits 1670 gründeten die ersten englischen Siedler die Stadt am Ashley River Charlestown.
- Diese Stadt atmet Vergangenheit wie kaum eine andere in den Vereinigten Staaten - sie verströmt geradezu den Duft des Südens.
Charleston, die historische Hafenstadt im US-Bundesstaat South Carolina, besticht durch ihren Charme, ihren architektonischen Liebreiz und ihre geschichtsträchtigen Sehenswürdigkeiten ebenso wie durch ihre Festivals.



Die Herrenhäuser, die Erinnerungen an den Unabhängigkeits- und den Bürgerkrieg, die Piraten- und die Sklavenzeit bilden ein sehenswertes Panorama.

1670 trafen die ersten englischen Siedler in Charles Town ein, wie es damals nach König Charles II. genannt wurde, und gründeten umgeben von weitem Marsch- und Sumpfland auf dem Westufer des Ashley-River ihre neue Heimat. 1680 bezogen sie den jetzigen Standort auf einer Halbinsel zwischen Ashley- und Cooper-River. Hier begann die Kolonialisierung von South Carolina. Das Versprechen freier Religionsausübung lockte Hugenotten, Protestanten und Juden an, Engländer, Deutsche, Franzosen, Iren, Spanier, Niederländer und Schotten liessen sich nieder.

Sie mussten sich ihre Neue Welt schwer erkämpfen. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts schlugen die Siedler erst einen Indianeraufstand nieder und erwehrten sich dann der blutrünstigen und beutegierigen Piraten, die damals die Küste unsicher machten, darunter Blackbeard und Captain Kidd. Von etwa 1750 an bis zum Beginn des amerikanischen Bürgerkrieges 1861 war die Stadt die Perle des Südens, in dem mit Hilfe der aus Afrika herangeschafften Sklaven vor allem Reis und Baumwolle den Wohlstand brachten. Dass Charleston als Zentrum der Sklaverei jener Tage bezeichnet wird, ärgert die heutigen Bewohner zwar, ist aber wegen des damals blühenden Sklavenhandels nicht von der Hand zu weisen.



In Charleston sind die historischen Herrenhäuser noch erhalten. Die ersten Schüsse, die das Ende des Lebensstils der Südstaaten ankündigten, fielen in Charleston. Konföderierte Truppen eroberten am 12. und 13. April 1861 Fort Sumter im Hafen der Stadt. Kurz darauf brach der Krieg aus. Eine vier Jahre lange erfolglose Seeblockade der Stadt durch Truppen des Nordens begann. Doch am 18. Februar 1865 musste auch Charleston schliesslich aufgeben und evakuiert werden.

Ohne diesen Hintergrund wäre eine Visite heute nur das halbe Vergnügen.
Der Südstaaten-Flair der Stadt lässt die Besucher glauben,sich im Film

"Vom Winde verweht"

wiederzufinden - zum Beispiel, dass sich an der nächsten Ecke Rhett Butler lässig an die Wand lehnt, einer der berühmten und berüchtigten Blockadebrecher, die den Norden zur Verzweiflung trieben. Oder dass Scarlett O'Hara mit zornig-leidenschaftlich geballten Fäusten aus dem nächsten Haus stürmt. Unweit der Stadt könnte ebenso gut die Plantage Tara aus dem Roman sein. Die Zufahrt über eine Eichen-Allee, behängt mit Spanischem Moos, verführt zum Träumen.

Tatsächlich spielt der

Margaret-Mitchell-Bestseller

hauptsächlich in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia.

Die Stadtväter mögen stolz auf den grössten Containerhafen an der Südost-Atlantikküste der USA hinweisen und sich als Finanzzentrum und Marinestützpunkt rühmen - deswegen kommen die Touristen nicht. Dass die Historie ihr wahres Kapital ist, haben die Verantwortlichen aber frühzeitig erkannt: Schon 1931 verordneten sie den Bürgern eine Vorschrift zur Erhaltung wertvoller Bauten, die erste in den USA.



Kommen wir nun zu den schönsten

Plantagen der Südstaaten:

Boon Hall Plantation - South Carolina

Die Plantage wurde 1681 nach den Gründer, Major John Boone benannt, er war einer der ersten englischen Siedler in dieser Gegend, er erreichte Amerika 1681.



Boon Hall Plantation war im 18. Und 19. Jahrhundert eine der führenden Baumwollplantagen auf einer Fläche von 17.000 Hektar. Die Plantage besitzt eine prächtige 800 Meter lange aus 88 Eichen bestehende Allee.
Auf der Plantage sind neben dem Haupthaus noch Originalunterkünfte der Sklaven und das Gebäude der Baumwollentkernungsmaschine sowie eine kleines Baumwollfeld zu besichtigen. Boon Hall Plantation war auch Kulisse zahlreicher Filme und TV-Produktionen, die wohl berümteste war zweifellos die "Mont Royal Plantation" in Fackeln im Sturm.



Boon Hall Plantation liegt etwa 10 km nordöstlich von Charleston am Cooper River.

Ein sehr zu empfehlendes Buch, um die Südstaaten und ihre Plantagen besser zu verstehen:



Oak Alley Plantation - Louisiana

Plantation Country, eines der Kerngebiete des Alten Südens, ist die meistbesuchte Landschaft Louisianas. In dieser Gegend, beidseits des Mississippi, zwischen Baton Rouge und New Orleans gelegen, gab es einmal mehr als 1400 Plantagen mit stattlichen Herrensitzen. Heute existieren noch rund 30% dieser Plantagen.
Knapp 50 Meilen nordwestlich von New Orleans findet man im Bereich des rechten Mississippi Ufers bei Vacherie die Oak Alley Plantation. Um zu diesem Anwesen zu gelangen überquert man am sinnvollsten die Brücke bei Lutcher.

Oak Alley Plantation, im Herzen von Plantation Country, ist wohl eine der am besten erhaltenen Plantagen der Südstaaten.



Die Geschichte von Oak Alley begann Anfang des 18. Jahrhunderts, als ein Einwanderer aus Frankreich südlich des Mississippi ein Haus baute. 1839 errichtete Jacques T. Roman, ein reicher Zuckerfarmer, hier eine Villa der Superlative.
Die Oak Alley Plantation steht heute unter Denkmalschutz und wird von einer gemeinnützigen Stiftung verwaltet. Die gesamte Anlage samt Gärten, Zuckerrohrfeldern und Wald umfasst rund 400 Hektar. Wie die meisten anderen Plantagen dieser Region erlebte auch Oak Alley ihre Blütezeit gegen Ende des 18. bzw. Anfang des 19 Jahrhunderts. Das weisse Haus ist im neoklassischen Stil des "greek revival" erbaut und besitzt die für den Süden typischen eranden, die einfachen, klaren Linien, die Säulen und das relativ flache Dach. Innen kann man handgefertigte französische Wollteppiche bestaunen, Möbel aus Mahagoni, Marmor-Verzierungen und all die kleinen Tricks und Einrichtungen, mit denen man sich früher in den Sommern Kühle schaffte.
Draussen besticht die einzigartige Lage am Mississippi, mit den geraden Wegen, den Zuckerrohrfeldern, den Alleen und Zäunen.

Berühmt für Ihre Eichenallee, mit ihren 28 mächtigen Lebenseichen, lockt sie Jahr für Jahr tausende von Touristen an und ist auch als Film- und Fotomotiv weltberühmt.
Die Bäume wurden allesamt von Besitzer der Plantage im Jahre 1718 gepflanzt und entwickelten sich im Laufe von nunmehr annähernd 300 Jahren zu einer imposanten Kulisse. Das Hauptgebäude ist im Stil des Greek Revival errichtet. Mehr als zwei dutzend dorische Säulen betonen diesen Baustil. Auch hier wurde zu dieser zeit ( wie auch heute noch ) Zuckerrohr angebaut.

Nottoway Plantation - Louisiana

Der wohlhabende Zuckerplantagenbesitzer John Hampden Randolph liess im Jahr 1849 eines der grössten und feinsten Häuser des Südens bauen - das Nottoway.
Es ist ein amerikanisches Schloss, ein wahrer Juwel der italienischen und griechischen Renaissancestile, die Verkörperung von Luxus und Herrlichkeit. Die Plantage besitzt 64 Zimmer und brachte zu seiner Zeit neue und einzigartige Annehmlichkeiten in den Süden, z.B. Wasserleitung, Gasbeleuchtung und Kohlekamine, und ist aus diesem Grund für den Süden von grosser historischer Bedeutung.



Das Haus wurde zehn Jahre nach Baubeginn fertiggestellt und war dann das Zuhause der elf Kinder von Mr. Randolph und zugleich Mittelpunkt der 2833 ha grossen Zuckerplantage.
Während des Bürgerkrieges wurde es durch einen ehemaligen Gast der Randolphs, einem Kanonenbootoffizier des Nordens vor der totalen Zerstörung bewahrt. Die mühselig gearbeiteten, spitzenartigen Friesarbeiten, die handbemalten Dresdner Porzellantürgriffe, die handgemeisselten Marmorumrandungen der Kamine, die korinithischen Säulen und der 20 m lange Grand White Ballsaal erinnern an die Pracht einer längst vergangenen vergangenen Zeit. Die sechs Gästezimmer in der Villa selbst sind wie erwartet luxuriös ausgestattet, mit Rosenholz- und Mahagonipfostenbetten und Halbhimmeln.

Greenwood Plantation - Louisiana

In dem halben Jahrhundert vor dem Bürgerkrieg, als "King Cotton" den Süden regierte u nd die Plantagenbesitzer unermessliche Reichtümer verdienten, wurden auch die meisten der herrschaftlichen Villen am Unterlauf des Mississippi errichtet. Zwischen New Orleans und Natchez konzentrierte sich in dieser Zeit mehr Reichtum als in den übrigen USA zusammen.
1821 heiratete William Ruffin Barrow seine Cousine.
1825 bis 1830 wurde an der Errichtung der Plantage gearbeitet, sie wurde im "Greek Revival" gebaut. Anfangs wurden 1500 Hektar alleine nur mit den Kinder bewirtschaftet, danach kamen 35 Sklaven dazu. Die Barrow´s schrieben keine Geschichte - nein es war eine Familie, die versuchte hier Fuss zu fassen. Die Plantage brannte nach einem Blitzschlag total nieder, sie wurde aber original getreu widererrichtet.
In der Blütezeit der Plantage arbeiteten hier 750 Sklaven auf 750 Hektar von Zuckerrohr und Baumwollfeldern. Das Haus besitzt eine breite Veranda mit Ventilatoren an der Decke und zur Rast einladenden Hängematten. Der Garten der ehemaligen Plantage von 1790 wird von riesigen, moosbewachsenen Eichen dominiert.

"Die viktorianische Einrichtung, die Möbel, Gemälde, das Porzellan und auch die Gärten draussen erzählen von der Vergangenheit".



Greenwood Plantation diente als Kulisse für sehr viele Filme,
die bekanntesten davon waren zweifellos

"Vom Winde verweht"
und
"Fackeln im Sturm".

Madewood Plantation - Lousiana

Madewood Plantation liegt 3 km südlich von Napoleonville und blickt über das verträumte Bayou Lafourche hinaus. Das Plantagenhaus erinnert an einen griechischen Tempel und wurde 1846 von Henry Howard entworfen, dem prominentesten Architekten der damaligen Zeit in New Orleans. Die Möbelstücke spiegeln den eleganten Lebensstil der Zeit vor dem Bürgerkrieg wider. Sie finden hier einen exquisiten Meissen Spiegel, eine Matthew Brady Photographie von General Robert E.Lee und ein freistehendes, gewundenes Treppenhaus.



Auf dem Grundstück befinden sich ausserdem ein grosses Kutscherhaus, ein Kapitänshaus aus dem Jahr 1822 und Elmfield Cottage. Der Film "A Woman Called Moses", mit Cicely Tyson in der Titelrolle, wurde hier auf der Madewood Plantage, der "Königin des Bayous" gedreht.

Rosedown Plantation - Lousiana

Baton Rouge - Das Herrenhaus der "Rosedown Plantation" im US-amerikanischen Bundesstaat Louisiana schimmert weiss durch die mächtigen Bäume.
In dem für südliche Plantagensitze typischen Stil führen grosszügig angelegte Veranden um das Haus.
Rosedown liegt inmitten eines französischen Gartens. Die zwölf Hektar sind ein üppiges Wirrwarr aus südlichem Überfluss, Bäumen und Blumenstauden, Schlingpflanzen und Moos, Rasenflächen und kleinen Teichen. Dieses grüne Paradies findet man im Städtchen St. Francisville nahe des Mississippi.



Die Geschichte der Rosedown Plantation ähnelt jener vieler Herrenhäuser auf Louisianas Plantagen. Das Haus wurde 1834 errichtet. Auf der Plantage wurde Baumwolle angebaut.
Der Besitzer Daniel Turnbull hielt bis zu 450 Sklawen. Sein Reichtum schlug sich in der erlesenen Ausstattung des Wohnhauses, in den aus Europa importierten Möbeln und Stoffen und der aufwendigen Gartenanlage nieder.

Viele weitere Plantation kann man in den Südstaaten finden:

  • Parlange Plantation
  • Destrehan Plantation
  • Asphodel Plantation
  • Mount Hope Plantation
  • San Francisco Plantation
  • Tezcuco Plantation
  • Houmas Plantation
  • Ashland Belle Helene Plantation

    Alle Bilder kannst Du durch anklicken auch grösser sehen.







    There was a land of Cavaliers and Cotton Fields called the Old South. Here in this pretty world, Gallantry took its last bow. Here was the last ever to be seen of Knights and their Ladies Fair, of Master and of Slave. Look for it only in books, for it is no more than a dream remembered, a Civilization gone with the wind...

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